Didaktisches Design

Didaktisches Design ist die planmäßige und lernwirksame Entwicklung von Lernumgebungen (Ballstaedt, 1997). Eine optimale Gestaltung der Lernmaterialien erleichtert und verbessert die Aufnahme und die Verarbeitung von Information. Didaktisches Design umfasst dabei alle Schritte vom Entwurf des Lehrszenarios bis hin zur Erprobung und eventuellem Redesign der Lernumgebung (vgl. Reinmann, 2011).

 

Dem Einsatz der Medien kommen im didaktischen Design verschiedene Funktionen zu. Neben der reinen Distributionsfunktion von Materialien (zum Beispiel Dateiupload auf ILIAS), bietet sich innerhalb der Repräsentationsfunktion die Möglichkeit, Inhalte auf ganz verschiedene Weise darzustellen (zum Beispiel Video, Audiobearbeitung). Die Explorationsfunktion ist eine anwendungsorientierte Funktion, die die Information noch „erfahrbarer“ macht (zum Beispiel Planspiel, Simulation). Die Kollaborationsfunktion dient zur Teamorientierung und unterstützt die Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Lösung eines gesetzten Problems. Die verschiedenen Funktionen des didaktischen Designs treten meist in kombinierter Form auf (vgl. Reinmann, 2011).

 

Ein didaktisch durchdachtes Veranstaltungskonzept ist daher Grundlage des sinnvollen Einsatzes von Technik und Medien. Zunächst müssen Szenarien kreiert werden, die Inhalte und Aufgaben näher bestimmen und eine bestimmte Struktur sowie die übergeordneten Lehrziele vorgeben (vgl. Abbildung). Auf der Prozessebene werden Lern-, Arbeits- sowie Kommunikationsprozesse definiert. Erst darauffolgend kann entschieden werden, welche Mittel auf der technischen Ebene eingesetzt werden sollen, um das vorgegebene Ziel zu erreichen (vgl. Reinmann, 2011).

 

 

Die folgende Beschreibung der einzelnen Lernszenarien präsentiert Leitlinien zur Strukturierung von Lernmaterialien. Durch eine gezielte Gestaltung soll eine geringstmögliche Beeinträchtigung des Informationsverarbeitungsprozess erreicht werden. Dabei sind Grundprinzipien wie Funktionalität, Einfachheit und Konsistenz der didaktischen Mittel zu beachten (vgl. Ballstaedt, 1997).

 

Die technische Infrastruktur spielt eine tragende Rolle in der Gestaltung der Lernumgebung. Die Technik hat hierbei einen ambivalenten Charakter. Zum einen bringt sie gewisse Einschränkungen mit sich, welche das didaktische Design begrenzen und zum anderen liefert sie frische Impulse, die dem didaktischen Design als Anreizmechanismus dienen können (vgl. Reinmann, 2011).